Schimmel auf der Wand? = marode Bausubstanz!?
Oder: “Der Zahn der Zeit….!”
(Shakespeares)

Mensch und Bauwerk verbindet etwas ganz Auffälliges: Nämlich die Lebensdauer von durchschnittlich 80 Jahren. Denn: „So wie die Menschen altern, so erleiden Bauwerke in dieser Zeit eine Altersminderung bis zur Unbewohnbarkeit, wenn sie nicht regelmäßig gepflegt und gewartet werden!“ sagt Baumeister Schwedler aus Krefeld. Seit fast 30 Jahren ist er tätig als Bausachverständiger und hat Hunderte von  Gebäuden untersucht, -insbesondere Bauwerke der Jahrhundertwende 1900. Aber auch die Nachkriegsbauten der 50er bis in die 70er und 80er Jahre sind betroffen.

Erste Anzeichen von maroder Baubstanz sind Feuchteflecken  und Schimmelbefall auf den Innenseiten der Außenwände und auf den anschließenden Bauteilen. Mit Einsatz von Messgeräten und Laboruntersuchungen der entnommenen Baustoffe kommt man den Ursachen für den Schimmel auf die Spur. Natürlich geben dabei die baukonstruktiven und bautechnologischen Standards im Baujahr wichtige Hinweise für den Fortschritt der Altersminderung. Nicht in jedem Monat des Jahres ist der Befall  gleichmäßig auffällig, weil der zeitliche Schwerpunkt von eindringendem Regenwasser in die Wintermonate fällt mit ihren orkanartigen Stürmen und hohen Niederschlagsmengen. Die zu diesen Zeiten erheblich kalten Temperaturen in Verbindung mit Abkühlung der Außenwände tragen sehr auffällig zur Schimmelbildung bei. Leider ist weder den Bewohnern noch den Eigentümern vielfach dieser Zusammenhang klar, so dass es immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt. Baumeister Schwedler empfiehlt deshalb vor einer Auseinandersetzung eine Bausubstanzuntersuchung mit Bauberatung und Terminsbericht zu veranlassen. Daran sollen beide Beteiligten -Hauseigentümer und Bewohner- teilnehmen, damit die Verantwortlichkeit für den Schimmelbefall sofort einsichtig wird.  Für diese Beratung werden in der Regel im Krefelder Raum wenige hundert Euro investiert werden müssen.

Abschließend zum Verständnis baukonstruktiver Defizite noch ein Hinweis auf die technologischen Ursachen der Schimmelbildung. Außenwände sind gegen eindringenden Schlagregen in der Regel geschützt durch Anstriche und  mineralische Putze an verputzten Häusern, sowie durch mineralische Fugenmörtel bei verklinkerten Fassaden. Nun wirken über Jahrzehnte im Winter Schlagregen gegen die Außenwände ein und gleichzeitig jahreszeitliche und tageszeitliche Temperaturänderungen. Die eben genannten Baustoffe dehnen sich am Tage und ziehen sich zusammen in der kalten Nacht. So entstehen mikroskopisch kleine also mit dem Auge nicht erkennbar Risse und Defekte, die das Regenwasser kapillar begierig aufnehmen. In der kalten Nacht gefriert das Wasser zu Eis und vergrößert erheblich sein Volumen mit der Folge zunehmender Defekte in der Fassade. Das ist der physikalische Hintergrund der Altersminderung. Nach 10 bis 30 Jahren -so stellt Baumeister Schwedler fest -ist es soweit: „Abhängig von der Qualität der Bauteile und der Zeit ist die Speicherfähigkeit der Außenwand so erheblich überschritten, dass  das Regenwasser die Innenseite der Außenwände   erreicht und auf Anstrichen und Tapeten zu Schimmelpizbefall führt!“ Der ‚Zahn der Zeit….’  ist Realität geworden. Weitere detailierte Informationen einschließlich der zum ‚Baumangel-Zielbaums’ können im Internet abgerufen werden.

Peter Schwedler