Öffentliche Mitteilung
REAKTION II zum
Beitrag Schwachstellen in db 7/06,Bl.64, „Der Wärmeschutz erdberührter Bauteile“.
Grundsätzlich sind die mit den physikalischen Gesetzmäßigkeiten in Zusammenhang stehenden Wärmeschutzdarlegungen nicht zu beanstanden. Was jedoch auffällt, ist die zu hohe Feuchteanlagerung in der Wärmedämmung, die der Trockenzone der Wohnung zuzurechnen ist . Woher kommt diese? Das ist die entscheidene Frage, mit der ausschließlich die Ursache und Mangelbeseitigung zu Gunsten der Eigentümer technisch bewältigt werden kann.
Diese Frage ist weder in den Vorgutachten noch in dem letzteren beantwortet, denn den umgestürzten Eimer Wassers oder das überlaufende Spülbecken kann kaum ernstlich als Ursache dem Gericht nachweislich präsentiert werden. Was sagt man wohl als Sachverständiger dem Gericht, wenn dieses fragt: Wie voll war der Eimer Wasser? Und wenn er dann tatsächlich voll war, welche Kraft wird benötigt, um den Eimer umzukippen? Und welche Zeit, um das Wasser ausdunsten zu lassen?
Stattdessen fällt insbesondere in Bild 4 des Artikels auf, dass die Außenwände aus Beton nicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt sind, wie es uns zu Studienzeiten bereits von Frick und Knöll eingehämmert worden ist. In zahlreichen technischen Schadensfällen hat sich die fehlende waagerechte Abdichtung als Ursache bestätigt. Ausschließlich mittels Einschränkung der Kapillareigenschaften von Beton -neben den Injektionsverfahren- kann die aufsteigende Feuchte nach „Professor Klopfer, Dortmund“ auf ein zu vernachlässigendes Maß mittels Erhöhung der Betonqualitäten zurückgeführt werden. Es ist jedoch völlig unwahrscheinlich, dass bei dieser Bauart des Gebäudes ein hochqualitativer Beton verwendet wurde. Das bedeutet nun, dass neben dem Fußbodenaufbau mit hohen Raumtemperaturen eine nierdrigtemporäre Feuchtezone mit direkter Berührung angelagert ist, und dass sich nun die Trockenzone Wohnung über einen Wasserdampfstrom (Verdunstung) aus dieser Feuchtezone rundum das Gebäude mit Feuchtigkeit versorgen kann.
Natürlich kann sie das nur, wenn die Abdichtung der Stahlbeton-Bodenplatte nicht absolut dicht bis Oberkante Fußboden hochgeführt ist und zugleich keine Defekte aufweist. Und diese technische Untersuchung und auch eine Feuchtemeßprüfung im Beton hat ja nicht stattgefunden. Das Verbundblech wurde nicht geöffnet insbesondere nicht an den Ecken und Stößen (diese sind in der Regel besonders gefährdet) und an den zum Keller angrenzenden Wandflächen, da von dort aus das Hangwasser drückt. Das Eindringen des Wasserdampfstroms in den Estrich aber führt zu Kondensat an dem Bitumenpapier, das abtropft und auf der Abdichtung den Weg über das ungeregelte Gefälle hin zur tiefsten Stelle der Bodenplatte findet. Von dort ist der Weg des Wasserdampfstroms hindurch durch die offenen Stöße der Bitumenpappe bis zum Parkettboden nur ein kurzer.
Soweit sich aus dem Bild der Fäulniszustand des Parketts erkennen lässt, handelt es sich um ein Schadensbild, das langjährig und stetig von Feuchte einwirkend entstanden ist. Mögen die Kollegen aus dem Bauingenieurwesen zurückkehren zu den alten Erkenntnissen, dass bewohnte Bodenplatten nicht auf, sondern unter der Bodenplatte abgedichtet werden müssen, wenn die Wände aus Beton hergestellt werden. Ist das -wie in dem hier vorliegenden Fall- nicht geschehen-, stehen uns bei der Instandsetzung die chemischen Industrien mit ihren Injektionsverfahren hilfreich zur Verfügung, z.B. Remmers, PCI, Deitermann usw.. Abschließend noch ein Wort zu der Bildbeschreibung von Bild 4, dass das Sockelprofil zum Belag nicht dicht verschweißt ist. Dieser hypothetische Anschluß ist technisch völlig unüblich und unbegründet und ist hier wohl nur aufgeführt, um den Weg des angeblich aus einem Eimer ausgeflossenen Wassers unter das Parkett zu erklären. Im übrigen: Ich pflege keinerlei geschäftliche Verbindungen mit der chemischen Industrie, bediene mich aber immer dann dieser qualitativen Forschungsergebnisse, wenn derartige Sachverhalte -wie hier- von mir bis zu Nachbesserunsvorschlägen bearbeitet werden müssen.
Peter Schwedler
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