Schimmel auf der Wand? -für Hausbesitzer und Bewohner-

Wir alle, wir Menschen leben und arbeiten rund um die Uhr in unseren Wohnungen und Geschäftsräumen. Die Gebäude sind aber leider häufig von Schimmelpilzbefall betroffen. Dieser ist ekelerregend und gesundheitsschädlich. Nun ist dieser Befall nicht nur eine Randerscheinung, sondern eine nicht nur unwesentliche Beeinträchtigung des Lebens der Menschen, die davon betroffen sind.

Es sind zum Teil also Einzelschicksale, denn nicht selten tritt der Befall nur in einer Wohnung auf, obwohl das Gebäude doch sechs, acht oder mehr Wohnungen aufweist. Dieser betroffene Mensch und seine Familie wird nun auch noch desavouiert und das trotz seiner möglicherweise eingetretenen Gesundheitsgefährdung, weil die Menschen ganz schnell zur Hand haben: "Die Heizen und Lüften nicht genug, die sind es selber schuld!" Das Getuschel im Haus nimmt kein Ende. Die Nerven der Betroffenen liegen blank.

Voller Verzweiflung wird nun der/die HausbesitzerIn informiert und es wiederholt sich bei manchen Vermietern die Argumentation: "Ja, da müssen Sie richtig Heizen und Lüften!" Selbst unter den Vereinen für Haus & Grundbesitz und den Mietervereinen wird zunächst zweifelnd gefragt: "Heizen und Lüften Sie denn auch genug?" Es ist wenig einfühlsam, wie manchesmal mit Schimmelbefall umgegangen wird. Sodann kommt aber die Empfehlung, einen Sachverständigen einzuschalten. Nun ist die Hilflosigkeit megagroß, denn wer ist denn in der Lage, die Ursache von Schimmelbefall aufzuklären. Da tummelt sich nämlich ein großes Feld selbsternannter Könner, die letztlich wenig dazu beitragen können, denn zunächst ist zu unterscheiden:

1. Feststellung von Schimmelpilzbefall auf den Wand- und Deckenoberflächen, in der Raumluft, auf Möbeln und Gegenständen. Dazu sind die Berufsgruppen der Baubiologen, Bauphysiker und sonstigen Schadstoffexperten befähigt. Diese bedienen sich exclusiver Meßverfahren und können auch die Arten von Schimmel bestimmen. Ist Schimmelbefall unsichtbar, setzen diese Leute sogar Schimmelhunde ein, die das ‚Zeugs’ erschnüffeln. Aber dies alles dient der Feststellung von Schimmel und sagt nichts aus über die Ursache.

2. Anschließend können diese Experten auch die Beseitigung der Schimmelpilzbildung auf den Wand- oder Deckeninnenoberflächen betreiben. Es ist jedoch völlig ausgeschlossen, dass nunmehr einer dieser Experten aus den eben genannten Berufsgruppen die Beurteilung abgibt, "hier muß besser gelüftet werden." Denn er hat nur den Befall mit Schimmel festgestellt, aber die Ursache nicht bestimmt.

3. Die Ursache kann er in der Regel auch nicht bestimmen. Das ist nämlich nicht sein Fachgebiet. Dazu müssen die Bauingenieure und/oder Architekten her, aber nur die, die sich auf diesem speziellen Gebiet der Altbausubstanz weitergebildet haben.

Jeder Sachverständige hat vor seinem Auftrag zu prüfen, ob die gestellte Aufgabe in sein Fachgebiet fällt. Zur Feststellung der Ursachen von Schimmel benötigt er z.B. ein Feuchtemeßgerät mit Tiefenwirkung. Wenn er das nicht hat und anwendet, so sollte der Auftraggeber aufmerksam werden und entsprechend reagieren. Leider wird immer wieder behauptet, dass das mangelndes Heizen und Lüften die Ursache ist, ohne dass die notwendigen baukonstruktiven Untersuchungen vorgenommen worden sind.

Dabei ist gerade Schimmelpilzbildung ein Aufschrei vernachlässigter und unzureichend instandgesetzter Bausubstanz. Wir Fachleute nennen das Altersminderung in Verbindung mit aufgestautem Instandsetzungsbedarf , die dazu führt, dass im Laufe der Jahre vermehrt Regenwasserfeuchte über die Gebäudehülle in die Trockenzone der Wohnungen eindringt. Natürlich können auch planerische und handwerkliche Defekte die Ursache sein. Und das muss eben herausgefunden werden. Dazu habe ich weitere Erläuterungen in meiner Homepage aufgenommen, in der insbesondere der ‚Baumangel-Zielbaum’ in plakativer Art und Weise dem bautechnischen Laien weiterhelfen kann, -siehe auch nebenstehenden Artikel: ’Referatsentwurf für die Freie Wirtschaft.’

Autor: PeterSchwedler, www.baumeister-schwedler.de